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Raffinesse im Kussmaul am Spittelberg

23rd July 2015

Vor rund einem Jahr hat am Spittelberg das Kussmaul eröffnet, das schon alleine wegen dem ausgefallenen Namen im Gedächtnis bleibt. Unterteilt in Patisserie, Bar und Restaurant bietet es sowohl für den schnellen und spontanen Besuch, als auch zum Fine Dining ein perfektes Ambiente - drinnen und draußen im Wintergarten, der mit Sicherheit eines der Highlights darstellt. Bei rund 33 Grad am Abend haben wir allerdings den klimatisierten Innenräumen den Vorzug gegeben.

Das Kussmaul stellt eine Mischung zwischen Nobel-Restaurant und stylischer Wien-Neubau-Szenelokal dar. Es ist gelungen, eine perfekte Symbiose aus stylischer Bar mit offener Schauküche und Hauben-Restaurant zu kreieren. Das Personal ist durchwegs freundlich und zuvorkommend, dennoch merkt man im Gegensatz zu anderen Restaurants dieser Preisklasse, dass es nicht aus der gehobenen Gastronomie kommt. Und das ist auch gut so, genau darin liegt irgendwie der Charme,

Speisekarte

Die Restaurantkarte ist umfangreich, aber nicht überladen und man kann zwischen einem 4-, 6-, 8-gängigen Menü oder einer bunten Vielfalt an á la carte-Speisen wählen. Es finden sich Klassiker der Wiener Küche, wie Kalbsrahmgulasch kombiniert mit exotischen Beilagen wie Topfen-Zitronenspätzle (EUR 22) genauso wie die Marchfelder Artischocke mit Favabohne, Tomate, Petersilie und Barigoule Fond (EUR 24), auf der Karte wieder. Mir gefällt besonders, dass die einzelnen Zutaten anstelle der Zubereitung in den Fokus gerückt werden. Regional. bio und saisonal steht dabei natürlich im Vordergrund.

Begonnen haben wir den Abend mit zweimal Gruß aus der Küche. Süßkartoffelpüree mit Amaranth und Schiatake-WanTan mit Lachs und Tapioka. Dazu gab es eine herrliche Kussmaullimo bestehend aus Paprika, Limette und Majoran. Wer es gerne etwas fruchtiger mag, hat vielleicht auch mit der Rhabarber-Vanille-Limo seine Freunde.

Süßkartoffel mit Amaranth

Shitake WanTan_Kussmaul_Snackcheck

Limonade

Als Vorspeise haben mich der Wiesensalat, Marille, Earl grey,
Brotkrusteln und Leinsamen überzeugt (EUR 13). Über die Portion war ich überrascht, hätte dies alleine mit dem hausgemachten Sauerteigbrot und dreierlei Aufstrichen schon bei weitem für mich ausgereicht.

Wolfgangs Wahl fiel auf Beef Tartare, Senf, Navette, Wildkräuter, Kussmaultoast. Entgegen herkömmlichem Weißbrot kam auch hier das Sauerteigbrot zum Einsatz.
Was sofort ins Auge fiel: Beide Kreationen wurden mit Eis (Earl grey / Senf) serviert. Eine Überraschung, die ich in dieser Form nicht gekannt habe, die aber perfekt zu den Temperaturen gepasst hat.

Waldsalat Kussmaul

Beef Tartare

Als Artischockenliebhaberin ist mir die Variation von viererlei Marchfelder Artischocken mit Favabohne, Tomate, Petersilie und Barigoule Fond sofort ins Auge gestochen (EUR 24). Wolfgang hat sich für das Steirerhuhn, Marille, Estragon, Basilikumbulgur und Chili (EUR 28) entschieden. Beides war geschmacklich herausragend, Wolfgang hat das Huhn als mitunter eines der besten, das er je serviert bekommen hat, beschrieben. Und der Mann hat Erfahrung.

Waldsalat Kussmaul

Beef Tartare

Nachdem wir schon während der Vorspeise gespannt am Nachbartisch die Dessertkreationen bewundert hatten, durften diese natürlich als runder Abschluss nicht fehlen.

Waldbeeren Dessert Kussmaul
Zotterschokolade

Mario Bernatovic, einst Küchenchef im Motto am Fluss versteht es, regionale und saisonale Produkte zu außergewöhnlichen Geschmackskreationen zu vereinen, was ihm und seinem Team mittlerweile auch zwei verdiente Gault Millau Hauben sowie 2 A la carte-Sterne eingebracht hat. Mein persönliches Fazit: Im Kussmaul kann man fabelhaft genießen und es ist definitiv ein Lokal, bei dem sich mehrfache Besuche lohnen, um die gesamte Vielfalt kennen zu lernen.

Wer von euch war schon dort, wie findet ihr es? Freue mich auf Meinungen dazu.

Location:
Kussmaul
Spittelberggasse 12
1070 Wien
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