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Plachutta Wollzeile

1st August 2016

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Wenn die Familie in Wien zu Gast ist, dann dürfen ein paar touristische Highlights natürlich nicht fehlen. Neben einem Besuch am Naschmarkt, beim Heurigen und am Kahlenberg haben wir die Schwiegermama dann auch noch in eine richtige Wiener Institution ausgeführt. Der Plachutta in der Wollzeile schreibt selbst, der weltberühmte Tafelspitz gehöre zu Wien wie der Stephansdom oder das Riesenrad. Womit gar nicht mal so wirklich übertrieben wurde.

Umso spannender für mich natürlich die Frage, wie es mit vegetarischen Gerichten auf der Karte aussieht. Immer wieder hört man dann: "Wer geht schon zum Plachutta und isst dort keinen Tafelspitz?" Ich bin da anderer Ansicht. Wenn ein Gericht auf der Karte steht, darf man sich schon etwas erwarten, vor allem wenn man sich dann doch im etwas gehobenere Preissegment bewegt. Und auch die Vertreter der traditionellen und fleischlastigen Wiener Küche haben das Potenzial erkannt und bieten eine große Auswahl an vegetarischen und veganen Angeboten auf der Karte.

Rindssuppe

Erdäpfel und Semmelkren

Tafelspitz

Mann und Schwiegermama haben sich für die Klassiker, 3"Gustostückerl" vom Tafelspitz mit Suppe, Semmelkren und Rösterdäpfel entschieden.

Ich habe vegetarische Alternativen, zuerst eine Basilikumschaumsuppe mit Parmesan-Croutons [EUR 6,30] und danach das Eierschwammerltatar mit Rucola und gerösteten Pinienkernen (EUR 14,20) ausgewählt.

![Basilikumschaumsuppe Plachutta] (/content/images/2016/08/Basilikumschaumsuppe-mit-Parmesan-Croutons-Plachutta-Snackcheck.jpg)

Eierschwammerltartar

Wie soll ich sagen, die Suppe war cremig, allerdings für sich schon eine richtige Mahlzeit, da sie meiner Meinung nach etwas zu dickflüssig geraten ist. Vielleicht lag es an der Suppe selbst oder den Croutons. Jedenfalls brauchte es eigentlich gar kein weiteres Gericht mehr.

Das Eierschwammerltartar stand der Suppe in nichts nach. Verfeinert mit Creme fraiche wurde aus einer Vorspeise so beinahe ein kleines Hauptgericht.
Das Dessert, Erdbeeren mit Eis und Pistazien, bot jetzt zwar keine besondere Geschmacksexplosion, war aber in Ordnung.

Wie immer in bekannten Restaurants zeigt man natürlich auch gerne, dass sich die Prominenten und VIPs die Klinke in die Hand geben.

Prominente Plachutta

Insgesamt war das Personal freundlich und zuvorkommend, auch wenn man schon mit einer leichten Attitüde bei dem einen oder anderen rechnen darf. Obwohl ich es natürlich immer als gutes Recht ansehe mit Kind und Kegel anzureisen, verstehe ich auch die zurückhaltende Freude darüber, dass sich ein Kinderwagen den Weg durch die schmalen Gänge erkämpft und zwischen den Tischen hindurchzwängt. Das Personal bewies Haltung und war durchwegs bemüht, eine für alle Seiten gute Lösung zu finden. Ein kleiner Tipp für Familien: etwas früher zu Mittag, so gegen 12 Uhr, oder später am Nachmittag entkommt man dem Trubel und kann recht entspannt auch mit einem Baby essen.

Das Fazit: Natürlich gilt der Plachutta als ein Touristenmagnet, ist dementsprechend gut besucht und auch von den Preisen her an das Zielpublikum angepasst, aber ab und an macht es doch auch mal Spaß sich wie ein Tourist in der eigenen Stadt zu fühlen.

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