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Moderne Wiener Küche im Wild

13th July 2015

Wie schon im vorigen Beitrag erwähnt, war es gastronomisch betrachtet lange Zeit sehr ruhig im 3. Bezirk, rund um den Radetzkyplatz. Einziger Lichtblick in einer ansonsten kulinarisch verlassenen Wüste war und ist seit nun mehr über hundert Jahren, und in seiner jetzigen Form seit 2002, das Gasthaus Wild.

Das Ambiente ist gemütlich-rustikal, besonderes Highlight bildet die mittlerweile historische Schank, die rundum erneuert, aber weiterhin in den Gastronomiebetrieb integriert wurde. Im Sommer lädt zudem der Gastgarten dazu ein, den Abend gemütlich ausklingen zu lassen. Das Gasthaus Wild setzt auf klassische Wiener Küche mit modernen Elementen. So gelangen nicht selten Gerichte auf die Karte, die eigentlich aus Großmutters Küche stammen und fast schon wieder in Vergessenheit geraten sind. Andererseits wird mit der Tradition gebrochen und es werden eben diese wieder entdeckten Klassiker mit exotischen Gewürzen, mediterranem Einschlag oder asiatischer Raffinesse neu interpretiert.

Eine dieser asiatisch-österreichischen Kreationen haben wir vergangene ausprobiert. Als Vorspeise habe ich mich für eine Karotten-Sojakaltschale (EUR 4,40) entschieden.

Karotten-Soja-Kaltschale ©Snackcheck

Bei über 30 Grad am Abend war die Kaltschalte, die mit einer leichten Prise Chili verfeinert wurde, genau das Richtige.

Wolfgang probierte den Garnelen-Tarhonyasalat mit Sojasprossen, Zuckerschoten und Zitronen-Sesamöldressing (EUR 9,20) aus. Dazu wurde Grüner-Pfeffer-Weißbrot serviert. Letzteres war mit Butter verfeinert und das muss ich das nächste Mal zu Hause unbedingt auch ausprobieren.

Tarhonyasalat ©Snackcheck

Tarhonya oder auch weniger klangvoll Eiergerstl genannt kommen eigentlich aus der klassisch-ungarischen Küche und sind eine recht sättigende Beilage. Dadurch, dass auch diese Vorspeise kalt serviert wurde, hat es etwas an Leichtigkeit dazu gewonnen. Die Limette hat den Geschmack insgesamt nochmals stark gehoben und in leichte Sommerkost verwandelt.

Als Hauptspeise hat Wolfgang sich für einen Klassiker der österreichischen Küche, gebackene Schweinsfledermaus mit Kartoffelsalat und Gurkensalat (EUR 15,50) entschieden und war auch davon begeistert. Die Panier war knusprig, das Fleisch nicht zu dick und der Salat mit Kernöl verfeinert.

Schweinsfledermaus ©Snackcheck

Passend zu den erfrischenden Vorspeisen wurde das Essen dann noch mit einem Orangen-Thymian-Sorbet (EUR 4,20) abgerundet.

Schweinsfledermaus ©Snackcheck

Es sieht unscheinbar aus, stellt aber eine Kombination dar, die man so nicht erwartet und die sich wirklich sehen lassen kann.

Ich bin in den letzten sechs Jahren eigentlich mehr oder minder regelmäßig im Gasthaus Wild und es ist nicht untertrieben zu behaupten, dass ich noch kein einziges Mal enttäuscht wurde. Die Küche schafft es immer wieder, auch aus vermeintlich einfachen (und oftmals in anderen Restaurants auch phantasielos servierten) Gerichten ein kleines Kunstwerk zu zaubern. Das nächste Mal entscheide ich mich deshalb definitiv für den Gemüsestrudel vom Nachbartisch.

Kennt ihr das Gasthaus Wild, wart ihr schon einmal selbst dort und habt ihr ähnliches zu berichten? Freue mich auf Kommentare dazu.

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